www.eu-guide.at – der Städtekompass zu EU-Fördertöpfen

Ihre Stadt hat innovative Projektideen? Doch wie finanzieren? EU-Förderungen als eine Möglichkeit gibt es auch für Ihre Stadt! Die notwendige Hilfestellung bekommen Sie unter www.eu-guide.at, dem neuen elektronischen Wegweiser des Österreichischen Städtebundes.

Die Umsetzung innovativer Projektideen scheitert gerade in Zeiten knapper öffentlicher Budgets oftmals an der Finanzierung. Gerade deshalb wird es zusehends wichtiger über die verschiedenen Fördermöglichkeiten gut informiert zu sein. Insbesondere auf europäischer Ebene gibt es eine Vielzahl von Programmen, die Projekte, Initiativen und Kooperationen in Europa unterstützen. Dabei reicht die Themenpalette von A wie Arbeitsmarkt bis Z wie Zukunft Europas.

Förderdickicht durch EU-Guide gelichtet

Die Vielzahl von EU-Förderprogrammen und die unterschiedlichen Ansprechstellen auf lokaler, Bundes- und EU-Ebene gestalten das Finden jener Fördertöpfe, die für das eigene Projektvorhaben adäquat wären, oftmals schwierig. Zusätzliche Hürden, wie Antragstellung und grenzüberschreitende Partnersuche, hemmen darüber hinaus die Bereitschaft, EU-Projekte durchzuführen. Der neue, speziell auf die Bedürfnisse der Städte ausgerichtete elektronische Förderwegweiser www.eu-Guide.at versucht das komplexe EU-Fördergeflecht zu entwirren und die gängigen Stolpersteine, von der Projektantragstellung bis zum Projektabschluss, aus dem Weg zu räumen.

www.eu-guide.at wurde im Auftrag des Österreichischen Städtebundes vom KDZ Zentrum für Verwaltungsforschung entwickelt und versteht sich als nutzerfreundliches Werkzeug, das Städte bei der Umsetzung ihrer Projektideen mit Hilfe von EU-Mitteln unterstützen soll. Durch den grenzüberschreitenden Know how-Transfer von EU-Projekten können darüber hinaus bestehende Städtepartnerschaften intensiviert und neue gegründet werden.

Technisch betrachtet, ist der EU-Guide eine Wiki-basierte Online-Datenbank: Inhalte können beliebig erweitert und ausgetauscht werden – auch von den Städten selbst –, wodurch sowohl Aktualität als auch Interaktion gewährleistet sind.

Abb. 1: Der EU-Guide

EU-Guide bietet Projektleitfaden, Praxisbeispiele, Partnersuche etc.

www.eu-guide.at greift auf Bestehendes und Bewährtes zurück (z.B. steirischer EU-Förderkompass) und ergänzt aus Städteperspektive. Derzeit bietet der Guide folgende Servicebereiche an:

  • Ein Projektleitfaden liefert wesentliche Informationen, Tipps und Tricks für ein erfolgreiches EU-Förderprojekt, von der Projektidee, über die Antragstellung, Projektdurchführung bis hin zum Projektabschluss. Der Leitfaden wurde gemeinsam mit EU-Projektfachleuten österreichischer Städte erarbeitet und setzt seine Schwerpunkte primär auf städterelevante Aspekte in der Abwicklung von EU-Förderprojekten und darüber hinaus auf EU-konformes Projektmanagement in Anlehnung an das Project Cycle Management.
  • Der EU-Guide selektiert all jene, für Städte relevante Förderprogramme und ergänzt sie um Beispiele aus der Praxis, inklusive der Nennung von AnsprechpartnerInnen. So wird eine mögliche Projektabwicklung besser veranschaulicht und ein praxisnaher Zugang gewährleistet, wie Abbildung 2 verdeutlicht.
Abb. 2: Praxisbeispiel aus dem EU-Guide: FIN-URB-ACT
Quelle: http://www.eu-guide.at

FIN-URB-ACT ist ein URBACT-Projekt, das an 11 europäischen Wirtschaftsstandorten lokale Strukturen unterstützt, die der Förderung und Finanzierung innovativer Wirtschaftszweige und kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU) dienen. Speziell an Standorten der Wissensökonomie sind solche lokalen Unterstützungsstrukturen wichtig für Unternehmensgründungen und die Entwicklung bereits bestehender KMUs.

Die teilnehmenden Städte bringen ihre Handlungskonzepte in einen internationalen Vergleich und entwickeln ihre integrierten lokalen Konzepte aufgrund der Erkenntnisse aus diesem Austausch weiter. FIN-URB-ACT fokussiert dabei auf maßgeschneiderte lokale Unterstützungsinstrumente und auf die Verbindung finanzieller Instrumente mit nicht-finanziellen Unterstützungsstrukturen.

Teilnehmende Städte: Rom (Italien), Edinburgh (Vereinigtes Königreich), Aachen und Leipzig (Deutschland) ,Linz (Österreich), Reims (Frankreich), Gijón (Spanien), Aveiro (Portugal), Gliwice (Polen), Maribor (Slowenien) und Galati (Rumänien)

  • Um die Partnersuche zu erleichtern, steht eine Plattform mit Zugang zu den wichtigsten, für Städte interessanten Datenbanken und Netzwerken zur Verfügung, die durch eine elektronische Partnerbörse ergänzt wird.
  • Ansprechstellen und Kontaktpersonen für EU-Förderungen finden sich sowohl bei den einzelnen Förderprogrammen als auch gesondert als eigene Kategorie und geografisch strukturiert, um die Suche so einfach wie möglich zu gestalten.
  • Last but not least wird auf Kooperationsmöglichkeiten außerhalb der EU mit Schwerpunkt Südosteuropa und Osteuropa hingewiesen, indem die wichtigsten Programme und Organisationen vorgestellt werden. Das KDZ fungiert hierbei als Schnitt- und Ansprechstelle.

Als exklusiver Service des Österreichischen Städtebundes für seine Mitglieder wird ein Benutzerkonto benötigt, um die Inhalte des Guides einsehen und/oder bearbeiten zu können. Dieses kann jedoch unbürokratisch und rasch unter www.eu-guide.at angefordert werden.

Rückfragen, Anregungen, Beispiele EU-geförderter Projekte:

KDZ Zentrum für Verwaltungsforschung

erschienen in: 
Quelle: Forum Public Management 2010, 3, S. 23-25
Jahr: 
2010