Wissenstransfer kennt keine Grenzen

Das Know-how-Transfer Center (KTC) des Österreichischen Städtebundes macht es möglich und unterstützt Initiativen mit den Ländern Südosteuropas, Osteuropas und Zentralasiens. Einzige Voraussetzung: die Wissensvermittlung und der Erfahrungsaustausch muss in den Rahmen der öffentlichen Verwaltung passen.

Ob Schulungsmaßnahmen in Georgien für Verwaltungsbedienstete, Lehreraustauschseminare mit Usbekistan, HTL-Schülerprojekte mit Bosnien & Herzegowina, Praktika für serbische StädteverbandsmitarbeiterInnen in Österreich oder Tourismusprojekte in Kirgisien, der Bogen der geförderten Projekte des Know how-Transfer Centre (KTC) spannt sich von A wie Aufbau föderaler Strukturen bis Z wie Zertifizierung und spiegelt sämtliche Politik- und Aufgabenbereiche der Verwaltung vielfältig wider.

Gegründet auf Initiative des Österreichischen Städtebundes, um den Städten und Gemeinden in den neuen Demokratien in Mittel- und Osteuropa (MOEL) eine Kontaktstelle für Verwaltungskooperationen mit Österreich zu bieten, besteht das KTC seit mittlerweile 17 Jahren. In dieser Zeit konnte österreichisches Know how an mehr als 3.000 BürgermeisterInnen und 18.000 ExpertInnen aus 31 Ländern vermittelt werden.

Finanziert wird das KTC aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit. Grundsätzliches Ziel dieses Fördertopfes ist es, das in Österreich auf Bundes-, Länder-, Städte-und Gemeindeebene vorhandene Wissen, Führungskräften, Verwaltungsbediensteten und Fachleuten in Südosteuropa und Zentralasien zur Verfügung zu stellen. Damit sollen die Zielländer motiviert und unterstützt werden, Strukturen und Kooperationen aufzubauen und so den Demokratisierungsprozess und die regionale Entwicklung voranzutreiben. In diesem Zusammenhang ist auch das Know how österreichischer Universitäten und Bildungseinrichtungen, österreichischer Kommunalbetriebe, österreichischer Institutionen und nicht zuletzt österreichischer NGOs wesentlich.

Vereinfachung durch neue Betreuung

Seit November letzten Jahres wird das Know-how-Transfer Centre vom KDZ Zentrum für Verwaltungsforschung im Auftrag und in Kooperation mit dem Österreichischen Städtebund betreut. Damit ist auch die Antragsstellung einfacher geworden. Ob Seminare im Ausland, Expertenentsendung oder Praktika, für jede Projektkategorie gibt es ein einfach strukturiertes und auf die wesentlichen Inhalte beschränktes Antragsformular. Die Formulare können direkt von der Homepage http://www.kdz.or.at/ktc herunter geladen werden, elektronisch befüllt und sogleich via E-Mail an das KTC übermittelt werden. Mit der Genehmigung durch den Österreichischen Städtebund und allenfalls durch die Austrian Development Agency (ADA) erhalten die AntragstellerInnen postwendend das Projektabschlussformular für den Endbericht und die Abrechnung. Dieses Formular enthält im Übrigen auch die Informationen des Antrags. So sind auf einen Blick nicht bloß die voraus-sichtlichen Projektergebnisse mit den tatsächlich realisierten Maßnahmen vergleichbar, sondern auch budgetär der Soll-Ist-Vergleich ersichtlich.

Abb. 1: Das Südosteuropäische Städtenetzwerk NALAS zu Gast im Wiener Rathaus - ein Beispiel erfolgreicher KTC-Kooperation
ÖStB (2009)

Im Gegensatz zu vielen anderen Förderungen, können Projekte beim KTC laufend eingereicht werden. Allerdings muss die Einreichung vor Projektbeginn stattfinden. Dementsprechend sollte man sich ein Zeitfenster von zumindest drei Wochen reservieren, um die Genehmigung jedenfalls vor Projektstart zu bekommen. Projekte können bis zu einer Maximalfördersumme von € 20.000,- unterstützt werden. Es gibt jedoch keine Vorfinanzierung, d.h. die Ausbezahlung des Fördergeldes kann erst nach Beendigung der Initiative und Abrechnung derselben aus-bezahlt werden.

Noch ein kurzer Hinweis zur Projektpartnerschaft. An und für sich gibt es keine geforderte Mindestanzahl an beteiligten Partnerorganisationen. Eine notwendige Voraussetzung ist allerdings, dass zumindest ein Projektpartner aus dem Land dabei ist, in dem das Projekt umgesetzt wird. D.h.: Plane ich eine Initiative in Aserbeidschan, brauche ich vor Ort einen heimischen Projektpartner. Zu beachten ist darüber hinaus, dass die/der ProjektantragstellerIn unbedingt aus Österreich sein muss.

Erfolgreiche KTC-Kooperationen

In den vergangenen Jahren wurden im Rahmen des Know how-Transfer Centres jährlich zwischen 80 und 100 Projekte gefördert, die alle 19 Zielländer abgedeckt haben. Von Bosnien & Herzegowina bis Moldau, von Georgien bis Kirgisien wurde Know how-Transfer betrieben. Mit einer guten Idee und unter Berücksichtigung obgenannter Voraussetzungen steht einer erfolgreichen Projekteinreichung und -abwicklung nichts mehr im Wege. Und vielleicht kann man im Rahmen eines KTC-Projektes bereits bestehende Netzwerke und Kooperationen vertiefen oder aber eben auch neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit entwickeln. „Das KTC kann auch Projekte mit Partnerstädten unterstützen und damit einen aktiven und nachhaltigen Beitrag zu Städtepartnerschaften leisten“, ist sich Mag. Alexander Lesigang vom Österreichischen Städtebund, der seit vier Jahren für das KTC verantwortlich ist, sicher.

In diesem Sinne freuen wir uns auf spannende Projektideen und zahlreiche Projektanträge.

Apropos: Um die Projekteinreichung zusätzlich zu unterstützen, sind heuer in ganz Österreich vier KTC-Workshops geplant. Neben praktischen Tipps zur Antragstellung werden auch grundlegende Kenntnisse des Projektmanagements vermittelt sowie mögliche Projektideen gemeinsam erarbeitet.

Für Rückfragen steht Ihnen im KDZ Zentrum für Verwaltungsforschung Mag. Alexandra Schantl (+43 1 8923492-37, 0676/4848148, schantl@kdz.or.at) gerne zur Verfügung. Nähere Infos, teilnehmende Länder und Einreichungsunterlagen finden Sie auf der Homepage unter http://www.kdz.or.at/ktc.

erschienen in: 
Forum Public Management 2009, 1, S. 12-13
Jahr: 
2009