Wettbewerbsregeln für ein unverzichtbares Gut

Die heute überwiegend öffentlich gelenkte Wasserwirtschaft sichert jeder Person den Zugang zu sauberem Wasser. Sowohl die standortgebundene Förderung als auch die Aufbereitung und leistungsgebundene Verteilung eignen sich eher für die Rechtsform des gemeinschaftlichen Eigentums als für marktwirtschaftlichen Wettbewerb. Nach den bisherigen Erfahrungen auf Verkäufen von Wasserwerken an private Unternehmen haben sich die Erwartungen an mehr Wettbewerb und eine rationellere Betriebsführung nicht erfüllt. Der Wasserkreislauf von Verdunstung und Niederschlag bzw. Quellfluss entzieht sich jedem menschlichen Zugriff und damit auch jedem Wettbewerb. Es scheint, dass bei einem unverzichtbaren Gut wie Wasser zu Recht von „Versorgung“ und nicht wettbewerbsgerecht von „Angebot u. Nachfrage“ gesprochen wird.

Autor/Herausgeber: 
erschienen in: 
Das Rathaus 63(2010), 3, S. 75-77
Jahr: 
2010
Bestellnummer: 
4738