Regionalstatistik einmal anders

Aktuelle und kurzfristige Daten spielen in der heutigen Zeit eine immer wichtigere Rolle als Grundlage für Entscheidungen. Mit „Ein Blick auf die Gemeinde...“ und i.MAP bietet die Statistik Austria zwei Produkte, die interessierten NutzerInnen eine Zusammenstellung wesentlicher Daten aus den verschiedenen Fachbereichen bieten.

„Ein Blick auf die Gemeinde...“

Bereits seit dem Jahr 1995 bietet die Statistik Austria mit „Ein Blick auf die Gemeinde...“ aufbereitete gemeindespezifische Daten für InteressentInnen – von Gemeinden bis hin zur interessierten Privatperson – an. Die bereitgestellten Daten werden dabei auf verschiedene Arten präsentiert (z.B. Kennziffer, Veränderungsraten, ProKopf-Werte und ähnliche Maßzahlen) und ermöglichen es den NutzerInnen sich rasch einen Überblick über die wesentlichen Aussagen, deren Veränderung und Entwicklung zu verschaffen. Darüber hinaus wird „Ein Blick auf die Gemeinde...“ durch analoge Daten des Politischen Bezirkes bzw. Bundeslandes ergänzt und schafft so die Grundlage, um die Werte der Gemeinde in Relation zu jenen der beiden übergeordneten administrativen Gebietskörperschaften zu betrachten. Zahlreiche Tabellen der wichtigsten Ergebnisse werden zusätzlich als Diagramme aufbereitet.

Auf insgesamt 68 Seiten (55 Datenblättern sowie den dazugehörigen Erläuterungen) wird das breite Spektrum des auf Gemeindeebene verfügbaren Datenangebots dargelegt. Ausgewiesen werden Informationen zu den Bereichen Bevölkerung, Haushalte und Familien, Gebäude- und Wohnungen, Arbeitsmarkt, Arbeitsstätten, Landwirtschaft, Tourismus, Gemeindegebarung und Nationalratswahlen.

Abb. 1: Ausschnitt aus einem Datenblatt "Ein Blick auf die Gemeinde ..."
Quelle: Statistik Austria (2010)

Zusätzlich zu dem Nachschlagewerk in Form der Farbbroschüre bietet „Ein Blick auf die Gemeinde…“ aber auch einen für die direkte Verwendung aufbereiteten Datenpool an, der ohne großen Aufwand und ohne zusätzliche Recherche für Präsentationen in oder über die Gemeinde oder deren direkte Verwendung in Berichten genutzt werden kann. Für die individuelle Weiterverarbeitung wird mit der Printmedien-Ausgabe eine CD geliefert, welche sowohl die Daten in weiterverarbeitbarer Form enthält, so dass mit einfachen Spreadsheet-Programmen, wie etwa MS-EXCEL, eigene Auswertungen vorgenommen werden können, als auch eine ausführbare Powerpoint-Präsentation, die die Grafiken abspielt.

Aktualität der Daten

Die Grundlage für die in „Ein Blick auf die Gemeinde...“ erschlossenen Inhalte der Datenblätter bilden verschiedene Statistiken, die periodisch unterschiedlich erhoben werden. Ungefähr zwei Drittel der angebotenen Tabellen entstammen Großzählungen, die derzeit im Abstand von zehn Jahren vorgenommen werden. Die anderen Tabellen basieren auf jährlich oder in kürzeren Intervallen vorgenommen Statistiken und werden laufend aktualisiert. Durch ein „Print on Demand“-Verfahren wird es darüber hinaus ermöglicht, den NutzerInnen die zum jeweiligen Bestellzeitpunkt aktuell verfügbaren Daten bei niedrigen Reproduktionskosten, die auf die Verkaufskosten umgelegt werden, zur Verfügung zu stellen.

„Blick-Online“ – ein kostenloses Service

Als zusätzliches Service werden ausgewählte 8 der 55 Datenblättern des „Blick auf die Gemeinde...“ sowie weitere relevante Daten aus der Großzählung 2001 und zur Bevölkerungsentwicklung zu allen österreichischen Gemeinden auf der Website der Statistik Austria unentgeltlich allen BesucherInnen zugänglich gemacht.

i.MAP – Interaktive Karten

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte …“ und eine thematische Karte oft mehr als eine Tabelle. Während bei der klassischen Publikation in Tabellenform der Raumbezug statistischer Daten verloren geht, kann durch den Einsatz moderner GIS-Technologie diesem Problem Abhilfe geleistet werden. Mit i.MAP – interaktive Karten erweitert die Statistik Austria ihr kartografisches Angebot um ein neues Service. Die interaktiven Karten können direkt in den Fließtext eingebettet werden, so dass kein neues Fenster geöffnet werden muss und die LeserInnen auf der Seite bleiben. Gleichzeitig können sich die BetrachterInnen die Karte bei Bedarf auch größer, in einem eigenen Fenster, anzeigen lassen. Prinzipiell wird zwischen topografischen Karten (die in den Bereich „Regionale Gliederungen“ eingegliedert werden) und thematischen Karten unterschieden. Neben Karten auf Basis der Regionalgliederungen werden auch Daten auf Basis des Regionalstatistischen Rasters visualisiert. Die thematischen Karten stellen eine Erweiterung der bisherigen kartografischen Palette (GIF und PDF) dar und werden im Auftrag der Fachdirektionen erstellt.

Abb. 2: Bevölkerungsentwicklung in Österreich als i.MAP
Quelle: Statistik Austria (2010)

Derzeit sind zu 18 Indikatoren der verschiedenen Bereiche der amtlichen Statistik interaktive Karten abrufbar. So können Informationen aus den Bereichen Regionales, Bevölkerung und Land- und Forstwirtschaft auf Ebene der Gemeinde, des Bezirks oder des Regionalstatistischen Rasters abgerufen werden.

Topografische und thematische Karten jetzt interaktiv

Alle i.MAP-Karten bieten den BetrachterInnen verschiedene Interaktionsmöglichkeiten. Über ein Auswahlmenü kann die Ansicht der Karte auf einzelne Bundesländer eingeschränkt werden. Ebenso können die Indikatoren über ein Auswahlmenü genauer definiert werden.

Mit einem Mouse-Over-Effekt in der Karte ist es möglich einzelne Werte anzuzeigen. Beim Überstreichen der Karte mit der Maus werden der Gemeindename und der Indikatorwert in einem Feld oberhalb der Karte angezeigt. Zusätzlich wird eine Tabelle mit allen Werten der Karte angeboten.

Die Ansicht der Basiskarte kann durch die BenutzerInnen durch Ein- und Ausblenden von zusätzlichen Ebenen (zweite thematische Ebene, Städte, Gewässer etc.) erweitert oder reduziert werden. Zusätzliche Info-Texte sowie ergänzende Angaben zur Anzahl der Bezirke oder Gemeinden ergänzen die interaktiven Karten. Die Karten zu Politischen Bezirken und Gemeinden sind darüber hinaus zum „Blick auf die Gemeinde…“ verlinkt, so dass über die Karte direkt die im „Blick-Online“ zur Verfügung gestellten Informationen zur jeweiligen Gemeinde aufgerufen werden können. Die interaktiven Karten werden direkt in der internen Webadministration der Statistik Austria eingelagert, so dass sie beliebig auf allen Seiten der Homepage veröffentlicht, aber auch einfach in externe Websites eingebunden werden können. Um die Karten in eine externe Website einzubetten, muss lediglich über das Link-Menü der HTML-Code kopiert und dieser auf der gewünschten Seite einfügt werden. Diese Form der Einbindung dient nicht nur der einfachen Handhabung, sondern ermöglicht auf externen Websites, auch bei inhaltlicher Aktualisierung durch die Statistik Austria, immer die Aktualität der vorhandenen Daten. Ein Beispiel zur externen Nutzung ist die migraMAP des Integrationsfonds.

Weiterführende Links:

AutorInnen:

  • ADir. Josef Preier ist Leiter des Fachbereichs Räumliche Grundlagen, Gebäude- und Wohnungsregister, GIS der Statistik Austria, Abt. Klassifikation, Register und Methodik.
  • Mag. Sonja Steffek, MAS ist Projektmanagerin der Statistik Austria, Abt. Klassifikation, Register und Methodik.
erschienen in: 
Forum Public Management 2010, 2, S. 26-28
Jahr: 
2010