Räumliche Hotspots der Armutsgefährdung

Sozialräumliche Muster von Armut und Reichtum offenbaren sich vom globalen bis zum mikrogeografischen Maßstab. In einem europäischen Vergleich können drei Gruppen von Staaten anhand der Kriterien Dekommodifizierung, Wirkung sozialstaatlicher Leistungen auf soziale Schichtung und die Rolle von Staat, Familie und Markt unterschieden werden: liberale, korporatistische und sozialdemokratische Staaten. Dabei zeigt sich eine niedrige Armutsgefährdung und gleichmäßige Verteilung in sozialdemokratischen Staaten, gefolgt von korporatistischen und liberalen Clustern. Die Autoren stellen weiters die Frage, warum sich in bestimmten Regionen armutsgefährdete Personengruppen ballen und in anderen nicht bzw. warum gleiche Personengruppen in unterschiedlichen Raumeinheiten unterschiedlichen Armutsrisiken ausgesetzt sind, sowie ob eine räumliche im Gegensatz zu einer an individuellen Charakteristika ansetzende Armutspolitik legitimiert werden kann.

Autor/Herausgeber: 
erschienen in: 
Raum 2011, 81, S. 26-30
Jahr: 
2011
Bestellnummer: 
5263