Public Management-Reformen in Österreich

Mehr Klarheit, mehr Verbindlichkeit, mehr Reformwille, sind die Erkenntnisse aus dem Workshop: Public Management-Reformen in Österreichs Städten

Seit Ende 2010 wurde in Österreichs Städten der Fortschritt der Public Management-Reformen in einem gemeinsamen Projekt des Österreichischen Städtebundes (ÖStB) und des KDZ evaluiert. Neben einer flächendeckenden Befragung aller Mitglieder des ÖStB wurde in acht Städten/Gemeinden eine vertiefende Evaluierung durchgeführt.

Ergebnisse

Es bewegt sich vielerorts einiges, dennoch ist noch ein großes Stück Weg zurückzulegen, wurde am 12. Oktober beim Workshop konstatiert. Meistens finden sich punktuelle Reforminitiativen, selten ganzheitliche Ansätze. Hauptsächlich werden die klassische Maßnahmen wie Struktur- und Prozessreformen, Bürgerservice, IKT/e-Government bearbeitet. Die Reformelemente, die insbesondere für einen Paradigmenwechsel im Management stehen, wurden nur selten bearbeitet.

Erkenntnis war, dass insbesondere der Nutzen für die Politik stärker in den Mittelpunkt zu stellen ist: mehr Klarheit, wofür das Geld ausgegeben wird. Mehr Verbindlichkeit und klare Verantwortlichkeit - Konzentration auf das Wesentliche.

Entwicklungsperspektive

Konsequent dranbleiben! Verstärkt Akzente in den Bereichen Strategie und Führung setzen, die weitere Öffnung hin zu den BürgerInnen erlauben sowie die Weiterentwicklung des Finanzmanagements forcieren. Es gibt kein universales „Erfolgsmodell“, jedoch sollte der Fokus auf Steuerung mit Zielen und auf Ergebnisse und Wirkungen gerichtet werden. Eine stärkere Verzahnung von Managemententwicklung und gesellschaftlicher Innovation wäre anzustreben. Die Reformpartnerschaft von Politik und Verwaltung wäre auszubauen, in Personal- und Führungskräfteentwicklung sollte mehr investiert werden.

Der Workshop

Kanadische Erfahrungen brachte Otto Brodtrick in seinem Beitrag „Städte erfolgreich lenken“ ein. Schwerpunkte seines Beitrags bildeten die Disgruenz zwischen dem Konzept der öffentlichen Verwaltung und neuen Herausforderungen, Widersprüche im Denken der Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung und widersprüchliche Vorstellungen davon, welche Werte zu beachten sind.

Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek stellt in ihrem Beitrag die Perspektiven für den öffentlichen Dienst in sieben Thesen vor. Hervorzuheben dabei ist die aktive Personalentwicklung als Antwort auf dynamische Rahmenbedingungen, eine optimierte und transparente Verwaltungsorganisation durch „Wirkungsorientierung“ sowie das Fördern eines modernen Rechnungswesens. Die Thesen sollen in den nächsten zwölf Monaten österreichweit breit diskutiert und mit der Umsetzung begonnen werden.

Am Nachmittag gab es in vier Werkstätten die Möglichkeit des Lernens aus konkreten Reformprojekten:

Werkstatt 1 (Michael Müllegger): Der Weg zur Grazer Konzernsteuerung

Werkstatt 2 (Wolfgang Domian): Der Leobener Weg der integrierten Steuerung

Werkstatt 3 (Otto Brodtrick): Wichtige Aspekte des Governance

Werkstatt 4 (Thomas Prorok, Klaus Wirth): KDZ-Erfahrungen mit konkreten Public Management-Reformen