Public Management Platform: Gemeinsame Ausbildung soll "Gutes Regieren" in der TwinRegion Wien-Bratislava fördern

Unter dem Titel „public management platform“ wird derzeit ein gemeinsamer Lehrgang für PolitikerInnen und MitarbeiterInnen der öffentlichen Verwaltung im Großraum Wien-Bratislava auf die Beine gestellt. Der Lehrgang startet im Oktober 2012 und widmet sich den Herausforderungen von Städten und Bezirken der TwinRegion mit grenzüberschreitender Relevanz.

„public management platform“ ist ein EU-gefördertes Projekt der FH-Campus Wien, der VSEMvS Bratislava1, des KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung und der HILL-AMC Management GmbH. Ziel des Lehrgangs ist die interaktive Erarbeitung von Wissen und Fähigkeiten für „Gutes Regieren“ in der TwinRegion. Dass dies in der TwinRegion Wien-Bratislava nur durch grenzüberschreitendes Denken und Handeln möglich ist, betrachten wir als die zentrale Prämisse des Lehrgangs. Dieser richtet sich an kommunale EntscheidungsträgerInnen aus Politik und Verwaltung der TwinRegion, aber auch an thematisch befasste MitarbeiterInnen von Bezirks-, Landes- und Bundeseinrichtungen.

6 Module mit Praxisbezug

Insgesamt werden sechs maßgeschneiderte Module in der Zeit von Oktober 2012 bis April 2013 angeboten. Jedes Modul dauert vier Tage. Der Lehrgang wird in den Sprachen Deutsch-Slowakisch und teilweise Englisch durchgeführt.

„Grenzüberschreitendes Denken und Handeln als zentrale Prämisse“

Modul 0 – Public Governance umfasst die Grundlagen von Public Management und Governance. Dabei werden Schwerpunkte auf den Themenbereichen „Strategische Steuerung durch Politik und Verwaltung“, „Verwaltungsstrukturen in Österreich und der Slowakei“, „Reformansätze für den öffentlichen Sektor“, „Finanzmanagement in Krisenzeiten“, „De Rolle der Städte in der Europäischen Union“, „Open Government“, „Management von Beteiligungen“, „Gemeindekooperationen und -fusionen“ sowie „Bürgerbeteiligung“ und der „Einsatz von Social Media“ liegen.

Modul 1 – Lebensqualität widmet sich der Frage, welche Beiträge der öffentliche Sektor zur Steigerung der Lebensqualität erbringen kann. In diesem Zusammenhang werden relevante Themen wie Daseinsvorsorge, soziale Sicherheit und Gesundheit, Pflege, Wohnen, Integration etc. bearbeitet. Dabei wird auf die Konsequenzen der demografischen Entwicklungen in der Region eingegangen. Im Sinne der Governance werden Strategien, Messmethoden und Instrumente der Steuerung von Lebensqualität erarbeitet und aktuelle Diskussionen wie „Wohlstand ohne Wachstum sichern“ präsentiert.

Modul 2 – Lernen und Arbeiten präsentiert die Schul- und Ausbildungssysteme in der Slowakei und in Österreich und arbeitet Gestaltungspotenziale für Städte und Bezirke aus. Neben den Themen „Lebenslanges Lernen“ und „Wissensmanagement im öffentlichen Sektor“ werden Programme für spezifische Zielgruppen vorgestellt und generelle Fragen der Einflussmöglichkeiten am europäischen Arbeitsmarkt diskutiert. Die Aus- und Weiterbildungssysteme für die öffentlich Bediensteten bilden einen weiteren Schwerpunkt.

Ziel des Modul 3 – Wirtschaftsentwicklung durch Wissenskooperation ist, die wirtschaftlichen Potenziale der TwinRegion für Städte unter den Aspekten Innovation und Nachhaltigkeit herauszuarbeiten. Neben der Identifikation der regionalen Potenziale werden ausgewählte Instrumente und Strategien zur Wirtschaftsentwicklung der Region näher beleuchtet. Dabei werden Leitbetriebe und Creative Industries vorgestellt sowie die Möglichkeiten von Umwelttechnologien und Konzepte der Wissensregionen erhoben. Cluster, Ansiedelungspolitik und Technologiezentren sind ebenso Inhalt des Moduls wie Standortmarketing, Förderungen etc. Eine zentrale Rolle werden dabei interkommunale Kooperationen und Wissenskooperationen spielen.

In Modul 4– Infrastruktur und Mobilität geht es vorrangig um Management und Gewährleistung kommunaler Infrastruktur und Betriebe. Themen wie „Facility Management“, „öffentliche Ausschreibungen“, „Mögliche Formen der Leistungserbringung“ und „Auftragsmanagement“ bilden einen Teil des Moduls. Ein weiterer Aspekt kreist um Fragen der „Finanzierung“ sowie „Public Private Partnerships“, „Kooperationsmodelle und Leistungserbringung durch Dritte“. Deregulierung und Privatisierung der Infrastruktur führt regelmäßig zu Fragen der Gewährleistungsverantwortung des öffentliche Sektors, welche in den Spezialfällen Erreichbarkeit und der Zugang zu Verkehr und IKT erarbeitet wird.

Modul 5 – Umwelt und Klimawandel wird einerseits die Möglichkeiten der CO2-Reduktion und andererseits die Konsequenzen für die Städte und Regionen beleuchten. Die zentrale Frage hierbei ist, wie die Städte und Regionen auf die Konsequenzen des Klimawandels reagieren können. Neben neuen Anforderungen an die Stadtplanung, der Nutzung von Grünflächen, neuer Bauordnungen geht es dabei auch um den Umgang mit extremen Wetterereignissen und des hierfür notwendigen Krisenmanagements. Potenziale durch den Einsatz neuer Technologien für die Stadtverwaltungen selbst, aber auch durch die Förderungen in der Stadt sind die Abschlussthemen des Lehrgangs.

Start des Lehrgangs

Der Lehrgang beginnt am 3. Oktober 2012 in Wien und wird am 27. April 2013 in Bratislava abgeschlossen. Die Module werden jeweils von Mittwoch bis Samstag stattfinden. Abgehalten werden die Kurse in den Räumlichkeiten der FH-Campus Wien (Schloss Laudon) und der VSEMvS Bratislava. Da der Lehrgang EU-gefördert ist, fallen keine Teilnahmegebühren an.

„public management platform“ wird durch das EU-Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Slowakei-Österreich 2007-2013 unterstützt. Die Laufzeit beträgt 27 Monate, Projektstart war der 1. Oktober 2011. Die Projektergebnisse werden im Oktober 2013 im Rahmen einer Abschlusskonferenz präsentiert.

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Informationsveranstaltung zum Lehrgang: 24. April 2012, Wien
Kontakt: Mag. Alexandra Schantl, Tel.: +43 1 8924392-37, Email: schantl(at)kdz.or.at

Weitere Informationen unter www.public-management-platform.eu

erschienen in: 
Forum Public Management 2012, 1, S. 14-15
Jahr: 
2012