"Nerven statt Ärmel schonen" - Verwaltungsreform

Jedes Jahr wenden die österreichischen Bürgerinnen und Bürger in Summe Millionen Stunden ihrer Lebenszeit für Behördenwege auf.

Es beginnt meist mit der Einholung von generellen Informationen, setzt sich mit der Antragstellung und der Vorlage von Urkunden und Dokumenten fort und endet oftmals mit dem persönlichen Abholen einer Bestätigung oder eines Dokumentes. Die Frage, ob all diese Schritte notwendig sind, oder ob ein Behördenweg für die BürgerInnen einfacher gestaltet werden kann, wird selten gestellt. Hier soll die Sichtweise der BürgerInnen auf Behördenwege neue Perspektiven eröffnen.

Der Blick mit der „Bürgerbrille" zeigt, wie viel Zeit und Mühen tatsächlich hinter einzelnen Anträgen und Behördenwegen stecken. Darüber hinaus ermöglicht die „Bürgerbrille" aber auch das Hinterfragen von Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit von althergebrachten Abläufen und Vorschriften.

Das Büro des Staatssekretärs für Öffentlichen Dienst und Verwaltungsreform, die Abteilung für Verwaltungsreform des Bundeskanzleramtes und das KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung haben deshalb die folgenden sieben „Lebensbereiche" näher beleuchtet:

  • Geburt eines Kindes
  • Anmeldung zur Volksschule
  • Heirat
  • AlleinerzieherInnen
  • Menschen mit Behinderung und pflegebedürftige Personen
  • Pension
  • Todesfall

Dabei wurden Zeitaufwendungen der BürgerInnen für die „Lebensbereiche" erhoben und Verbesserungspotenziale für BürgerInnen und Behörden festgehalten. Sofern Verwaltungsgebühren anfallen, sind diese ebenfalls dokumentiert worden. Ein erster Überblick zeigt, dass die sieben Lebensbereiche die BürgerInnen pro Jahr mit 10 Millionen Stunden belasten. Durch das Hinterfragen von Abläufen und Vorschriften, das Zusammenfassen verschiedener Behördenwege sowie durch die Erhöhung der Serviceleistungen und Qualität der Verwaltung lassen sich administrative Entlastungen der BürgerInnen im Ausmaß von 3,8 Millionen Stunden oder 38 Prozent erzielen.