Kommunale Neuverschuldung und Nachhaltigkeit

Im Brundtland-Report aus dem Jahr 1987 definieren die Vereinten Nationen Nachhaltigkeit wie folgt: „Nachhaltige Entwicklung ist die Erfüllung der Bedürfnisse der Gegenwart ohne Gefährdung der Fähigkeit künftiger Generationen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen“. Im Bereich der Staatswirtschaft ist dies in Zusammenhang mit der steigenden Kommunalverschuldung v.a. unter dem Aspekt der Generationengerechtigkeit von Bedeutung. Wie viel Schulden können wir unseren Kindern zumuten? Der Autor stützt seine Analyse auf mehrere aktuelle und zukünftige Aspekte (aktuelle Zinsbelastung, Schuldenentwicklung, demografischer Wandel) und kommt zum Schluss, dass auf kommunaler Ebene die Art der Schuldenentwicklung und der demografische Wandel eigentlich keine Neuverschuldung zulassen würden, jedoch ein Einfrieren notwendiger Investitionen bzw. kommunaler Aufgaben ebenfalls kein Ziel sein kann. Vielmehr ist der schwierige Spagat zu schaffen, Neuverschuldungen nur unter bestimmten Voraussetzungen zu tätigen und in finanzstarken Zeiten möglichst schnell wieder zu tilgen.

Autor/Herausgeber: 
erschienen in: 
Der Gemeindehaushalt 113(2012), 8, S. 172-181
Jahr: 
2012
Bestellnummer: 
5764