Geschichte

Das KDZ wurde im Jahr 1969 auf Initiative des Österreichischen Städtebundes von der Stadt Wien und der Zentralsparkasse der Stadt Wien als Verein „Kommunalwissenschaftliches Dokumentationszentrum“ gegründet. Es sollte nicht nur eine Dokumentation eingerichtet, sondern ein Verein geschaffen werden, der über öffentliche Aufgaben und ihre Finanzierung forscht und als „Vermittler“ zwischen Wissenschaft und Gemeindepraxis und anderen öffentlichen Körperschaften fungiert. Das KDZ stellte die ökonomischen Sicht gegenüber der juristischen Ergründung der Phänomene in den Vordergrund.

Aufbaujahre

Unter der Leitung von Prof. Egon Matzner wurde Anfang der 1970er Jahre der Schwerpunkt auf finanzwissenschaftliche Analysen der öffentlichen Haushalte gelegt. Reformvorschläge für die Aufgabenplanung der Landes- und Gemeindehaushalte wurden entwickelt. Das KDZ beschäftigte sich auch mit der Suche und Aufbereitung von Planungs- und Analyseinstrumenten für den in rascher Entfaltung begriffenen Wohlfahrtsstaat. Daten zur Gemeinwirtschaft und zur Stadtwirtschaft wurden gesammelt und Strategien der Stadtentwicklung und Stadterneuerung diskutiert. Damals wie heute wurden die zentralen Probleme des Finanzausgleichs durchleuchtete und brauchbare Vorschläge erarbeitete. Von 1973 an leitete Dr. Helfried Bauer das Institut.

Der Wandel - die 1980er Jahre

Neben finanzwissenschaftlichen Themen  entstanden Arbeiten zu Fragen der Stadterneuerung, der Regionalpolitik, zu verkehrspolitischen und verkehrswirtschaftlichen Themen sowie zu neuen Instrumenten des öffentlichen Rechnungswesens und zur Gebarungskontrolle. Das KDZ arbeitete auf internationaler Ebene in Expertengruppen des Europarates, der OECD und der Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt in Köln) mit.

In den späten 1980er setzte sich das KDZ trotz stagnierender Förderungen in seiner Grundlagenarbeit intensiv mit zwei neuen Schwerpunkten auseinander. Es waren dies Arbeiten zum Wohlfahrtsstaat von Morgen und der Rolle der Gemeinden hiezu sowie zu Reformen der öffentlichen Aufgabenerfüllung durch Übernahme von Konzepten der öffentlichen Betriebswirtschaftslehre und der Finanzwissenschaften

New Public Management - die 1990er Jahre

Reformierten Leistungserbringung durch Politik- und Verwaltungsmodernisierung sowie Qualitätsmanagement lautete das Credo im KDZ. Das Konzept des „New Public Management“ wurde im KDZ als eine umfassende Reformstrategie, die sowohl funktionale Reformen in einzelnen Aufgabenbereichen als auch methodische Modernisierung im Sinn etwa des Führens durch Ziele und durch Delegation von Ergebnisverantwortung an die Basis beinhaltete

Mit den Vorbereitungen zum Beitritt Österreichs zur EU galt es für das KDZ, die Auswirkungen der europäischen Integration auf die österreichischen Kommunalverwaltungen zu erfassen, und Strategien für die Vereinbarkeit der Maastricht-Kriterien mit denen des subnationalen Haushaltswesens zu entwickeln.

Reorganisation des Vereins

Das KDZ wurde 1999 als KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung neu geformt. Es bleibt weiterhin ein gemeinnütziger Verein, der seine Ziele ohne Gewinnabsichten verfolgt, und sich der Grundlagenarbeit zu verschiedenen wirtschaftlichen Schwerpunkten der öffentlichen Aufgabenerfüllung widmet. Zusätzlich wurde die KDZ – Managementberatungs- und WeiterbildungsGmbH unter der Leitung von Mag. Peter Biwald gegründet, die sich im vollständigen Eigentum des Vereins befindet. Hier werden Management- und Organisationsberatungen, Weiterbildungsveranstaltungen und die Herausgabe von Publikationen durchgeführt.

Geschäftsführung