Gemeinsames Konsolidieren macht stark: Das Projekt Wiener Neustadt

Die Stadtgemeinde Wiener Neustadt hat sich vor dem Hintergrund der finanziellen Entwicklung dazu entschlossen ein extern begleitetes Konsolidierungsprojekt zu starten. Ziel war es, finanzielle Handlungsspielräume zu schaffen. Dafür sollten in den kommenden 5 Jahren 10% der Personalausgaben nachhaltig eingespart werden, so die Vorgabe des Gemeinderates der Stadt Wiener Neustadt.

Für das KDZ, als externer Partner, galt es die Aufgaben und Prozesse zu durchleuchten und das Projekt gemeinschaftlich mit der Stadtgemeinde abzuwickeln.

Wie war das Projekt organisiert?

Um eine breite Unterstützung zu gewährleisten und eine umfassende Information aller Betroffenen sicherzustellen, wurde eine transparente Projektstruktur geschaffen.

Das gesamte Projekt wurde von einer politisch besetzten Lenkungsgruppe begleitet. In dieser waren alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen sowie die Personalvertretung präsent. Aufgabe dieser Gruppe war die Abnahme der Projektergebnisse und die Diskussion der Konsolidierungsvorschläge. Zusätzlich war dem Projekt eine Projektarbeitsgruppe auf Verwaltungsebene zugeordnet. Diese Arbeitsgruppe war mit leitenden Bediensteten der Stadt besetzt. Ihre Aufgabe war die Gesamtkoordination des Projekts und die inhaltliche Vorbereitung der Sitzungen der Lenkungsgruppe.

Der Gemeinderat forderte Einsparungen beim Personal
Quelle: Stadtgemeinde Wiener Neustadt

In das Projekt wurden ebenso die Führungskräfte des Magistrates und der städtischen Betriebe einbezogen.

Wie wurde vorgegangen?

Das KDZ hat den Abteilungen und Gesellschaften der Stadt ein strukturiertes Formular bereitgestellt. In diesem Formular wurden seitens der Abteilungen Einsparungsvorschläge dokumentiert. Diese wurden sowohl hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit als auch des Einsparungsvolumens bewertet. Anschließend erfolgte eine Strukturierung und Verdichtung der Vorschläge durch das KDZ sowie eine Ergänzung auf Basis vertiefender Analysen der Unterlagen und KDZ-Erfahrungen aus vorangegangenen Konsolidierungsprojekten.

Parallel dazu wurde die Personalstruktur der Stadt analysiert und ermittelt, welche und wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis wann den Ruhestand antreten könnten, um zu analysieren welcher Spielraum sich im Personalbereich ergibt.

In gemeinsamen Workshops in den Abteilungen und Gesellschaften wurden die Einsparungsvorschläge ergänzt, konkretisiert sowie um Vorschläge des KDZ erweitert.

"Mit einem partnerschaftlich strukturierten Vorgehensmodell und externer Begleitung können nachhaltige Konsolidierungsbestrebungen erzielt werden."

Auf Basis dieser gemeinsamen Bearbeitung entstand ein stimmiges Bild an Vorschlägen. Die Vorschläge wurden ein weiteres Mal hinsichtlich ihrer zeitlichen Realisierbarkeit strukturiert (Wann wird die Einsparung schlagend?), finanziell bewertet und darauf aufbauend ein Konsolidierungsmodell für die kommenden 5 Jahre erstellt.

Die Ergebnisse wurden zu einem Bericht zusammengefasst und durch die politische Steuerungsgruppe bewertet. Auf Basis dieser Bewertung wurde bereits mit der Umsetzung im Magistrat und den Gesellschaften begonnen.

Was sind die nachhaltigen Erfolge?

Von den Dienststellen und Unternehmen der Stadt Wiener Neustadt wurden gemeinsam mit dem KDZ nachhaltige Einsparungsvorschläge im Ausmaß von ca. € 4 Mio. erarbeitet. Davon werden auf Basis der Diskussion in der politischen Steuerungsgruppe und im Gemeinderat Einsparungen im Ausmaß von ca. € 3,75 Mio. umgesetzt. Die Kosten für die externe Beratung durch das KDZ lagen bei ca. 1,5% des tatsächlich umgesetzten Einsparungsvolumens.

Wiener Neustadt will sich weiterhin als lebenswerte, starke Stadt präsentieren
Quelle: Stadtgemeinde Wiener Neustadt

Wesentlich ist darauf hinzuweisen, dass das erzielte Volumen keine Einnahmenerhöhungen und zusätzlichen Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger beinhaltet.

Dieses Projekt zeigt, was innerhalb kurzer Zeit – bei partnerschaftlichem Vorgehen durch eine Stadt und einen kompetenten Fachberater – erreicht werden kann.

erschienen in: 
Forum Public Management 2013, 2, S. 24-25
Jahr: 
2013