EU-Schuldenkrisenpolitik: Politik im Dienste der Finanzmärkte

Vier Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise hat sich diese in eine Schuldenkrise der öffentlichen Haushalte verwandelt. bereits 20 der 27 EU-Staaten erfüllen die Maastricht-Kriterien nicht mehr. Überall wird, laut Strickner, den Menschen dieselbe Geschichte „aufgetischt“: man hätte über die Verhältnisse gelebt, zu viel für den Sozialstaat ausgegeben, daher müsse man jetzt den Gürtel enger schnallen, d.h. Löhne, Arbeitslosengelder, Sozialleistungen und Pensionen kürzen. die Autorin sieht die Ursachen der Krise anders: unregulierte Finanzmärkte und die Fehlkonstruktion der Wirtschafts- und Währungsunion. die Maßnahmen der EU zur Krisenbekämpfung seien Krisenverschärfer, da tiefgreifende Kürzungen zu einer wirtschaftlichen Rezession und sinkenden Staatseinnahmen führen und somit die Schulden erhöht statt gesenkt werden.

Autor/Herausgeber: 
erschienen in: 
ÖGZ 77(2011), 10, S. 17-19
Jahr: 
2011
Bestellnummer: 
5405