Einfluss des demographischen Wandels auf die Siedlungsentwicklung im ländlichen Raum

Laut der jüngsten Bevölkerungsprognose des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung nimmt Deutschlands Bevölkerung ab, wird älter und internationaler. Zu den siedlungsstrukturellen Entwicklungsoptionen zählen: 1. die Stabilisierung aufgrund besonderer regionaler Stärken: in Regionen mit Naturattraktionen kann durch Weiterentwicklung der Tourismus- und Erholungsangebote sowie Marketing der Städte eine wirtschaftliche Stabilisierung erreicht werden. Dadurch können in Teilräumen die Bevölkerungszahlen und das traditionelle Infrastrukturangebot weitestgehend gehalten werden; 2. die Stabilisierung aufgrund von Neuorientierung: in den ländlichen Räumen Ostdeutschlands ohne besondere touristische Attraktionen sind regionale Kooperationen und Überwindung kommunaler Egoismen unabwendbare Voraussetzungen für die Arbeitsteilung bei der Infrastruktursicherung, die auch dezentral angeboten bzw. an wenigen Orten gebündelt werden kann. Eine Neuausrichtung und Weiterentwicklung an die nun dünnere Besiedlungsdichte ist notwendig; 3. der infrastrukturelle Rückzug: In Kleinstdörfern zeichnen sich eingeschränkte Versorgungsstrukturen ab. Andererseits liegt hier der Vorteil im Gewinn großer zusammenhängender Naturflächen. Durch eine auf die demographischen Entwicklungen ausgerichtete Infrastruktur, die durch eine Konzentration in zentralen Orten tragfähig wird, kann ein Rückgrat für die ländliche Siedlungsstruktur gesichert werden.

erschienen in: 
Der Landkreis 74(2004), 10, S. 592-594
Jahr: 
2004
Bestellnummer: 
3427