Ehrenamt

Das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 geht langsam zu Ende.   Wir nehmen dies zum Anlass, um Aspekte der Freiwilligentätigkeit aus Sicht des Public Managements herauszuarbeiten. Das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit hat sich als Ziel die Förderung der aktiven Bürgerbeteiligung gesetzt. Die potenziellen und tatsächlichen Beiträge von Politik und Verwaltung hierzu sind Themen dieses Forum Public Management. Aus unserer Sicht ist die stärkere Einbindung der BürgerInnen in die Handlungen von Politik und Verwaltung ein zentrales Element der Weiterentwicklung des öffentlichen Sektors. Dies ist auch ein Ergebnis der vom KDZ 2010 und 2011 durchgeführten Evaluierung der Public Management Reformen in Österreichs Städten. Als Entwicklungsperspektive wird hier festgehalten, dass  „mehr noch als bisher die BürgerInnen in die Politik und Verwaltungsagenden aktiv einbezogen werden sollten...  Hier sind neue Ideen der Einbeziehung bei der Erarbeitung von Entwicklungsstrategien und -zielen gefragt.“1

Dabei ist vor allem auf die vielen Open Government Initiativen zu verweisen. Vereinfacht gesagt, bedeutet Open Government die Öffnung von Regierung und Verwaltung gegenüber den BürgerInnen und der Wirtschaft. Besonders die Schaffung von Transparenz mit Open Government Data, die Kollaboration mit Social Media und die neuen Partizipationsformen durch Web 2.0 können genutzt werden, um die Einbindung der BürgerInnen in Politik und Verwaltung zu stärken.

Damit wird die aktive Rolle der BürgerInnen im gesellschaftlichen, politischen und administrativen Leben angesprochen, welches bis hin zur Aktivierung der BürgerInnen geht und das Mitmachen, Mitproduzieren und Mitentscheiden bedeutet. Das Potenzial ist hoch: „44 Prozent der über 15jährigen ÖsterreicherInnen leisten in irgendeiner Form Freiwilligenarbeit. Das entspricht in absoluten Zahlen rund 3 Mio. Menschen.“2

In dieser Ausgabe des Forum Public Management stellen wir Beispiele von Freiwilligentätigkeit, Bürgerengagement und Bürgereinbeziehung in Österreichs Städten vor. Diese zeigen, dass die Unterstützung von Freiwilligenarbeit schon derzeit ein fixer Bestandteil in Österreichs Städten ist. So zielt das Freiwilligennetzwerk in Salzburg darauf ab, SeniorInnen vor Vereinsamung und Altersdiskriminierung zu bewahren. In Kapfenberg wird die intergenerative Zusammenarbeit durch das Projekt „respect – we are one“unterstützt und in Feldkirch ein multidmensionaler Ansatz des Ehrenamts und Bürgerengagements verfolgt. Dornbirn stellt die Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung bei der Budgetsanierung vor.

Das KDZ-Team beteiligt sich mit zwei Artikeln an der Diskussion zum Heftthema. Neben der generellen Verortung des Themas im Artikel „Bürgereinbeziehung Missing Link der Public Management Reformen“ gehen wir im Beitrag „Ehrenamt 2.0“ auf die Social Media Potenziale im Bereich der Freiwilligenarbeit ein. Aus aktuellem Anlass schließen wir den Artikelteil dieser FPM-Ausgabe mit einer Analyse über die Konsequenzen der Schuldenbremse für die Gemeindefinanzen.

Anmerkungen

  1. Löffler, Elke: Prioritäten setzen – bürgerschaftliches Engagement mobilisieren: Österreichische Pilotkommunen gesucht. In: Forum Public Management 2010, 3, S. 10-13.
  2. ebenda
erschienen in: 
Forum Public Management 2011, 4, S. 3
Jahr: 
2011