Durch die Krise aus der Krise? Die neue Stärke des Staates

In der Finanzkrise wuchsen dem Staat neue Flügel. Seit Mitte der 1970er Jahre wurden alle Instrumente der gemischten Ökonomie des keynesianischen Wohlfahrtsstaates auf den Prüfstand gestellt und in vielen Fällen für unangemessen befunden. Indem der Staat sein Gewicht gegenüber der Wirtschaft neu behauptet, gewinnt er in der Finanzkrise neue Handlungsfähigkeit. Die westlichen Staaten benutzen Instrumente, wie die Verstaatlichung, Konjunkturpolitik und Regulierung, die mit dem liberalen Staatsverständnis der letzten Jahrzehnte kaum vereinbar sind. Die beiden Autorinnen werfen die Frage auf, wie der Staat mit seiner neu gewonnen Stärke nach der Krise umgehen wird. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass der Staat die neuen Eingriffsmöglichkeiten weiter erhalten wird, um den nationalen Standort im globalen Kapitalismus zu schützen.

Autor/Herausgeber: 
erschienen in: 
Der moderne Staat 3(2010), 2, S. 251-271
Jahr: 
2010
Bestellnummer: 
4955