Die Schwierigkeiten der Demokratie mit dem Sparen

Die Finanzkrise, die die westlichen Länder seit 2008 in Atem hält, hat zu einer enormen Ausweitung der Staatsverschuldung geführt. Die meisten Staaten mussten gigantische Mittel zur Rettung von Banken und zur Bekämpfung der auf die Finanzkrise folgenden Rezession aufwenden. Im Durchschnitt aller 32 OECD-Staaten stieg die Verschuldung von 73,3 auf 101,6 Prozent des BIP. Staaten können sich allerdings nicht unbegrenzt verschulden, das hat die europäische Schuldenkrise deutlich gemacht. Ein hoher Schuldenstand schränkt ihre zukünftige Handlungsfähigkeit massiv ein. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach Staatsausgaben eher zu als ab (z.B. Alterung der Gesellschaft, Gesundheitswesen, Ausbau Infrastruktur etc.). Aufgrund der eher bescheidenen Wachstumsraten bleibt den entwickelten Demokratien letztlich nicht viel anderes übrig, als zumindest auch zu sparen.

Autor/Herausgeber: 
erschienen in: 
Der moderne Staat 5(2012), 2, S. 263-267
Jahr: 
2012
Bestellnummer: 
5889