Voranschlag Neu - Neuer Aufbau und neue Inhalte.

Der erste Voranschlag gemäß VRV 2015 muss für das Jahr 2020 im Herbst 2019 erstellt und beschlossen werden. Eine Neuerung dabei ist, dass ein Ergebnisvoranschlag und ein Finanzierungsvoranschlag budgetiert werden müssen. Während der Ergebnisvoranschlag sämtliche veranschlagten Erträge und Aufwendungen enthält, zeigt der Finanzierungsvoranschlag die Einzahlungen und Auszahlungen der Gemeinde. Um den Voranschlag 2020 zeitgerecht erstellen zu können, müssen sämtliche Vorarbeiten rechtzeitig abgeschlossen sein, z. B. die Vermögensbewertung zur Berechnung der Abschreibungen des Sachanlagevermögens.

Gesamthaushalt

Die finanziellen Verhältnisse der gesamten Gemeinde sind am Beginn des Voranschlages in Form des Ergebnis- und Finanzierungsvoranschlags auf Ebene des Gesamthaushalts darzustellen. Neben dem Voranschlag für das zu beschließende Finanzjahr sind, auch die Werte für den Voranschlag des laufenden Finanzjahrs sowie der Rechnungsabschluss für das vorangegangene Finanzjahr darzustellen. Hier hat sich zur VRV 1997 nichts geändert. Im ersten Voranschlag für das Jahr 2020 werden die beiden rechten Spalten jedoch leer bleiben (VA 2019, RA 2018), aufgrund nicht vorhandener Vergleichswerte.

Der Ergebnisvoranschlag zeigt sämtliche veranschlagten Erträge und Aufwendungen. Der Saldo aus Erträgen und Aufwendungen ergibt das Nettoergebnis der Gemeinde. Aus dem Nettoergebnis können Haushaltsrücklagen gebildet werden, entweder allgemeine Haushaltsrücklagen oder zweckgebundene Haushaltsrücklagen. Falls wie am Beispiel von Trofaiach im Voranschlag geplant wird, bereits bestehende Haushaltsrücklagen aufzulösen, scheint dies ebenfalls an dieser Stelle im Voranschlag auf.

Der Finanzierungsvoranschlag zeigt die geplanten Einzahlungen und Auszahlungen der Gemeinde. Der erste Teil des Finanzierungsvoranschlages, die operative Gebarung, entspricht vom Aufbau dem Ergebnisvoranschlag. Abweichungen zwischen den beiden Haushalten stellen beispielsweise die Dotierung von Rückstellungen sowie Abschreibungen dar, welche nicht finanzierungswirksam sind und daher nur im Ergebnisvoranschlag enthalten sind.

Im Anschluss an die operative Gebarung folgt die investive Gebarung. Diese enthält sämtliche mit geplanten Investitionen verbundenen Geldflüsse, d. h. die Auszahlung für die Anschaffung von Vermögensgegenständen, Einzahlungen von Investitionszuschüssen, aber auch Einzahlungen durch die Veräußerung von Vermögensgegenständen. Die Abschreibungen sind an dieser Stelle nicht enthalten. Diese stellen keine Auszahlung dar.

Die Summe aus dem Saldo der operativen Gebarung (Saldo 1) und dem Saldo der investiven Gebarung (Saldo 2) ergibt den Nettofinanzierungssaldo (Saldo 3). Dieser zeigt, ob die finanziellen Mittel aus der operativen Gebarung ausreichend sind, um die Investitionen zu decken oder ob Fremdmittel aufgenommen werden müssen.

Die wesentlichsten Positionen der Finanzierungstätigkeit sind die Einzahlung aus der Aufnahme von Finanzschulden sowie die Auszahlung aus der Tilgung von Finanz schulden. Auszahlungen für Zinsen sind nicht in der Finanzierungstätigkeit sondern in der operativen Gebarung im Finanzaufwand enthalten.

Der Saldo 5 (die Summe aus Saldo 1, Saldo 2 und Saldo 4) zeigt den Geldfluss aus der voranschlagswirksamen Gebarung. Ist der Saldo 5 positiv (siehe Trofaiach VA 2016), ist im Voranschlag ein Aufbau der liquiden Mittel im zu beschließenden Finanzjahr geplant, ist er negativ (siehe Trofaiach VA 2015), führt dies zu einem Abbau der liquiden Mittel.