KDZ-Quicktest Neu auf Basis der VRV 2015

[Dezember2017]

Nachhaltige Steuerung der Gemeindefinanzen

Mit der VRV 2015 wird ab 2020 das kommunale Haushaltswesen auf eine integrierte Drei-Komponenten-Rechnung bestehend aus Ergebnis-, Finanzierungs- und Vermögenshaushalt umgestellt. Für die Analyse kommunaler Haushalte ergeben sich daraus neue Anforderungen und Möglichkeiten. Dies führt auch dazu, dass der KDZ-Quicktest auf die VRV 2015 umgestellt und damit neu gestaltet wird. Der nunmehr seit zwanzig Jahren im Einsatz befindliche KDZ-Quicktest auf Basis der VRV 1997 wird auf die neuen Möglichkeiten der VRV 2015 angepasst.

Nachhaltigkeit

Der aktuelle KDZ-Quicktest basiert auf der finanzwirtschaftlichen Rechnung. Der KDZ-Quicktest Neu kann und wird zusätzlich den Ergebnis- und Vermögenshaushalt beinhalten. Damit wird der KDZ-Quicktest Neu eine wichtige Grundlage, um die Nachhaltigkeit der Gemeindefinanzen zu beurteilen und zu steuern. Diese kann nicht mit ein oder zwei Kennzahlen (die mit „Nachhaltigkeit“ bezeichnet sind) abgebildet werden. Zur Beurteilung der Nachhaltigkeit der Gemeindefinanzen bedarf es eines mehrdimensionalen Kennzahlensets, das die Finanz-, Ergebnis- und Vermögenssicht berücksichtigt. Diese Anforderungen wird der KDZ-Quickest Neu erfüllen, indem er den Gemeindehaushalt aus diesen drei Perspektiven beleuchtet und – wie bisher – zu einem bewährten Bonitäts- und Nachhaltigkeitswert verdichtet.

Was fließt in den KDZ-Quicktest Neu ein?

Aus Sicht der Ertragskraft stellt sich die Frage, was der Gemeinde im Ergebnis-Haushalt an Überschuss verbleibt? Die Kennzahl 1 – Nettoergebnis-Quote (NEQ) zeigt, wie weit mit den laufenden Erträgen die kommunalen Dienstleistungen und die Infrastruktur finanziert werden können. Ein positiver Wert heißt, dass dies erfüllt wird. Ein negativer Wert sagt aus, dass dies nicht der Fall ist, entweder weil die Mittelausstattung unzureichend für das Leistungsportfolio inkl. Infrastruktur ist oder dieses zu groß ist, um mit den bestehenden Erträgen finanziert zu werden. Aus Sicht der Nachhaltigkeit der Gemeindefinanzen sollte das Nettoergebnis mittel- bis langfristig positiv sein.

Aus Sicht der Zahlungsfähigkeit bzw. Liquidität stellt sich die Frage: Wie weit kann die laufende/operative Gemeindetätigkeit und die dafür erforderlichen Investitionen mit eigenen Geld-Überschüssen (Liquidität) finanziert werden? Die Kennzahl Freie Finanzspitze zeigt den Überschuss nach Tilgungen und damit den Spielraum für neue Investitionsvorhaben. Die Eigenfinanzierungskraft gibt eine Information wie weit die operativen und investiven Auszahlungen mit eigenen Mitteln finanziert werden können – und wieweit neue Fremdmittel aufgenommen werden müssen. Das wichtige Thema der finanziellen Leistungsfähigkeit wird hiermit wieder von zwei Seiten betrachtet.

Das Ausmaß der Verschuldung wird wie bisher mit zwei Kennzahlen analysiert. Die Verschuldungsdauer zeigt, wie lange es braucht, um die Verpflichtungen der Gemeinde zu tilgen. Die Kennzahl Schuldendienstquote zeigt, welcher Anteil der Abgabenerträge für den Schuldendienst einzusetzen ist. Beide Kennzahlen ergänzen sich hinsichtlich ihrer Aussagekraft.

Neu ist die Beurteilung der Vermögensdeckung und Erhaltung der Vermögenssubstanz. Die Kennzahl Vermögensdeckung zeigt wie weit das Vermögen mit eigenen Mitteln finanziert werden kann. Die Kennzahl Substanzerhaltung beurteilt in welchem Ausmaß die die getätigten Investitionen und Instandhaltungen die Vermögenssubstanz erhalten.

Nachhaltig ausgeglichener Haushalt

Auf Basis des aktuellen finanzwirtschaftlich orientierten KDZ-Quicktest ist der Gemeindehaushalt dann nachhaltig im Gleichgewicht, wenn der Überschuss der laufenden Gebarung (heißt künftig operative Gebarung – Saldo 1) die Investitionen (investive Gebarung bzw. Saldo 2) plus Folgelasten im Rahmen einer vertretbaren Verschuldung abdeckt. Mit dem KDZ-Quicktest Neu kommt einerseits die Vermögensseite in Form der Substanzerhaltungsquote und Vermögensdeckung hinzu. Zusätzlich zeigt die Ergebnisseite wie weit die erbrachten Leistungen und Infrastruktur mit eigenen Mitteln finanziert werden können (NEQ) und damit auch ob das Nettovermögen wächst oder sinkt.

Der KDZ-Quicktest Neu baut somit auf der bewährten kameralen Analyse auf und ergänzt diese um die Ergebnis- und Vermögensdimension. Auf die Besonderheiten des öffentlichen Sektors wird Rücksicht genommen, er ist auch künftig kein Abklatsch eines unternehmensorientierten Kennzahlensystems.

Die Sonderausgabe public VRV 2015 , ein Gemeinschaftsprojekt des KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung und Moore Stephens City Treuhand GmbH beschäftigt sich ausschließlich mit Themen rund um die neue Haushaltsrechnung.

 

 

 

 

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