# Fragen & Antworten: Häufig gestellte Fragen zum KDZ-Quicktest

Im Sommer wurde das Bonitätsranking der 250 besten Gemeinden Österreichs in der Sonderausgabe public veröffentlicht. Dazu hat uns eine Reihe von Fragen zum KDZ-Quicktest erreicht. Am dieser Stelle einige Erläuterungen zum besseren Verstehen der komplexen Materie.

  • Frage 1: Was sind die Erfolgskriterien, um beim Bonitätsranking gut abzuschneiden?

Zusammenfassend analysiert der KDZ-Quicktest aktuell die Gemeindefinanzen aus vier Blickwinkeln: Ertragskraft, Eigenfinanzierungskraft, Verschuldung, Finanzielle Leistungsfähigkeit (Freie Finanzspitze).

Die Erfolgskriterien für ein gutes Abschneiden sind eine hohe Ertragskraft, geringe Schulden und Investitionen in einer Höhe, die mit eigenen Mitteln  (Ertragskraft) zu finanzieren sind.  Eine gute freie Finanzspitze ermöglicht dann auch noch neue Projekte zu finanzieren.  Die fünf Kennzahlen des KDZ-Quicktest werden zur Bonitätszahl (= Schulnote) zusammengefasst.

Ertragskraft: Wie viele Mittel verbleiben aus der laufenden Gebarung, die für Investitionen, Tilgungen und neue Projekte verwendet werden können? Die Ertragskraft ist das Ergebnis der laufenden Einnahmen (eigene Steuern, Ertragsanteile, Gebühren- und Leistungserlöse, usw.) und der laufenden Ausgaben (Personal, Verwaltungs- und Betriebsaufwand, Zinsen, Subventionen, aber auch Sozialhilfe und Landesumlage). Dieser Überschuss der laufenden Gebarung ist der Spielraum für die Finanzierung von Investitionen und Rückzahlung von Schulden.

Eigenfinanzierungskraft: ist das Ergebnis der laufenden Einnahmen und Ausgaben sowie der Vermögenseinnahmen (z.B. Einnahmen auf Vermögensveräußerungen und Bedarfszuweisungsmittel)  und -ausgaben (vor allem Investitionen). Eine Eigenfinanzierungsquote von über 100 Prozent zeigt, dass die Investitionen vollständig mit eigenen Mitteln finanziert werden können und mit dem Wert über 100 Prozent noch Schulden abgebaut werden können.

Verschuldung: mit der Verschuldungsdauer als Ergebnis der Schulden und Haftungen und der Ertragskraft. Die ausgegliederten Einheiten werden über die Haftungen berücksichtigt. Diese Kennzahl zeigt an, wie lange die Gemeinde braucht um ihre Schulden zu tilgen. Weiters wird der Schuldendienste in Relation zu den Abgabenerträgen gestellt – eine hohe Schuldendienstquote heißt, dass der Gemeinde weniger Mittel für andere laufende Ausgaben und Invesitionen frei bleiben.

Freie Finanzspitze: ist das Ergebnis der Ertragskraft abzüglich der ordentlichen Tilgungen (im ordentlichen Haushalt) im Verhältnis zu den laufenden Einnahmen. Sie zeigt, wie viel Mittel für neue Vorhaben überbleiben.

 

  • Frage 2: Ist die Finanzkraft der entscheidende Faktor für den KDZ-Quicktest?

Nein, die Finanzkraft hat eine untergeordnete Bedeutung. Dies zeigt sich an den Kennzahlen:

Die ÖSQ (Öffentliche Sparquote) basiert auf der Ertragskraft. Eine hohe Finanzkraft (Ertragsanteile, gemeindeeigene Steuern) bedeutet nicht automatisch eine hohe Ertragskraft. Ebenso wenig wie eine geringere Finanzkraft automatisch zu einer geringeren Ertragskraft führt. Hier wirken andere Faktoren, wie die anderen laufenden Einnahmen, der Umfang der zu bedienenden Infrastruktur sowie Transferlast an Träger des öffentlichen Rechts wesentlich mit.

Die EFQ (Eigenfinanzierungsquote) ist das Ergebnis der laufenden Einnahmen und Ausgaben sowie der Vermögenseinnahmen und -ausgaben. Die Finanzkraft hat hierbei ebenso eine geringe Bedeutung.

Die Verschuldungsdauer ist das Ergebnis der Verschuldung und der Ertragskraft. Die ausgegliederten Einheiten werden über die Haftungen berücksichtigt. Eine nachhaltig geringe Ertragskraft kann natürlich zu einer hohen Verschuldungsdauer führen, auch wenn diese in absoluten Werten relativ gering ist.

Die Schuldendienstquote bezieht sich als einzige Kennzahl auf einen erweiterten Finanzkraftbegriff (Ertragsanteile und eigene Abgaben).

Die Freie Finanzspitze ist das Ergebnis der Ertragskraft abzüglich der ordentlichen Tilgungen im Verhältnis zu den laufenden Einnahmen. Hier besteht ebenso kein Finanzkraftbezug.

  • Frage 3: Warum wird von Bonität gesprochen?

Der KDZ-Quicktest mündet in die Bonitätszahl, das ist die Schulnote aus den aktuell fünf berechenbaren Quicktest-Kennzahlen. Der Begriff  „Bonität“ stammt vom lateinischen „bonitas“, das als „gute Beschaffenheit“ übersetzt werden kann. Die Bonitätszahl zeigt somit das Ausmaß der finanziellen Beschaffenheit bzw. Leistungsfähigkeit der Gemeinde an.

Dies wurde mehrmals empirisch überprüft und ist valide. Die Bonitätszahl steht für die finanzielle Leistungsfähigkeit einer Gemeinde, die bei 1 als sehr gut und bei 4,5 als sehr schlecht einzustufen ist. In der Regel kann eine Gemeinde die nachhaltig um die 4,5 liegt den Haushalt nicht aus eigener Kraft finanzieren – und bedarf in der Regel auch Zuschüsse aus der Solidargemeinschaft der Gemeinden (formell sind das Bedarfszuweisungs-Mittel (BZ-Mittel) der Länder zum Haushaltsausgleich).

  • Frage 4: Fällt man zurück wenn man Investitionen tätigt?

Investitionen, die durch die Ertragskraft und Vermögenseinnahmen abgedeckt werden, führen zu keiner Verschlechterung der Kennzahlen.

Werden jedoch Investitionen getätigt, die durch eigene Mittel  nicht ausreichend gedeckt sind, führt diese zu einer Verschlechterung der Bonitätszahl, da die Eigenfinanzierungskraft dann in der Regel unter 100 Prozent liegt und die Verschuldungsdauer steigt.

  • Frage 5: Welche Zahlen werden für die Berrechnungen herangezogen?

Die Daten der Gemeinde-Finanzstatistik der Statistik Austria. Diese Daten werden von den Gemeinden an die Statistik Austria übermittelt. Das KDZ nutzt diese Daten für seine Analysen.

  • Frage 6: Sind alle Bedarfszuweisungen und Transfers vom Land enthalten?

In der Berechnung der Bonitätszahl der österreichischen Gemeinden wurde von der Gemeinde-Finanzstatistik ausgegangen. In dieser sind alle Zuschüsse der Länder an die Gemeinden enthalten und somit auch die über die BZ-Mittel hinausgehenden Zuschüsse für Kindergärten und Schulen.

  • Frage 7: Wird auch der „graue Finanzausgleich“ berücksichtigt?

Im KDZ-Quicktest sind alle Transfers zwischen den Gemeinden und dem Land bzw. den Sozialversicherungsverbänden enthalten. Weiters finden sich auch die steigenden Belastungen der Gemeinden aus dem Kinderbetreuungsausbau, der Sozialhilfe und den Krankenanstalten wieder.

  • Frage 7: Ist im Bonitätsranking nur die Kommunalsteuer berücksichtigt?

Nein. Ausführliche Erläuterungen dazu sie Frage 1.