Daten für alle! In der Bundesverwaltung liegt ein Schatz an Daten, der gehoben werden soll.

Das Arbeitsprogramm der Bundesregierung enthält das Ziel, bis Ende 2020 möglichst alle Daten der öffentlichen Verwaltung als Open Government Data zur Verfügung zu stellen. Doch was sind Open Government Data (OGD) und welchen Nutzen haben sie für die Bevölkerung?

Der Weg zur Transparenz durch öffentliche Daten

Offene Verwaltungsdaten (Open Government Data) sind nicht personenbezogene Daten, die von öffentlichen Stellen gesammelt, erstellt oder bezahlt wurden und freiwillig sowie kostenlos der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.1 Darunter kann man sich beispielsweise Kennzahlen der Arbeitslosenversicherung, diverse Bevölkerungsstatistiken sowie Echtzeitdaten zu Verkehr oder Umweltmessdaten vorstellen. Wieso ist es aber wichtig, solche Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen? Durch die Erhöhung der Transparenz wird das Handeln von Politik und Verwaltung nachvollziehbarer. Ein breiteres Datenangebot bietet auch für wissenschaftliche oder journalistische Fragestellungen eine bessere Grundlage. Daten stellen auch eine wichtige Ressource für die Wirtschaft und Zivilgesellschaft dar und können die Basis für Geschäftschancen für innovative Unternehmen und Startups bilden.

Abb. 1: OGD-Screening nach den Kriterien des Datenmonitorings. Quelle: KDZ 2017

Obwohl bereits seit 2012 mit data.gv.at ein österreichweites Datenportal für offene Verwaltungsdaten zur Verfügung steht, waren insbesondere Einrichtungen des Bundes bisher sehr zurückhaltend beim Veröffentlichen.

OGD Screening 2017 durch das KDZ

Daher wurde das Projekt „Screening verfügbarer Datenbestände auf Open-Data-Tauglichkeit“, kurz „OGD-Screening 2017“ umgesetzt. Im Zuge dieses Projektes wurde von Juni bis Mitte September 2017 ein Datenerhebungsprozess in den 13 Bundesministerien gestartet. Dabei wurden die Daten der Ministerien auf ihre Open-Data-Tauglichkeit überprüft. Als Input für dieses Screening diente das bewährte Open-Government- Vorgehensmodell des KDZ.

Ein Schatz an unveröffentlichten Daten

Rund 700 Datensätze wurden erfasst und bewertet. Ein Ergebnis dieses Projektes ist, dass viele Daten in den Ministerien vorhanden sind, die von relativ rasch veröffentlicht werden können. Einen Überblick über die Datensätze bietet die Website www.ogdcockpit.eu/OGD_Screening. Aufbauend auf den Ergebnissen werden der Bundesregierung folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Erstellen eines Veröffentlichungsplans
  • Bereinigen von Unklarheiten
  • Begleitende Schulungsmaßnahmen
  • Einbinden der nachgeordneten Dienststellen und der großen Register
  • Sicherstellen der Nachhaltigkeit

Abb. 2: Gemeldete Datensätze pro Themengebiet (OGD-Kategorie). Quelle: KDZ 2017

Die Bundesverwaltung verfügt über einen Schatz an Daten, der gemeinsam gehoben werden kann. Die Veröffentlichungen können rasch bis Jahresende 2017 und im Laufe des Jahres 2018 erfolgen. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit eines internen Datenmonitorings konnte durch das Projekt nachhaltig gestärkt werden. Besonders im Hinblick auf die Datenschutzgrundverordnung, die ab 2018 in Kraft tritt, wird dieses Thema weiter an Relevanz gewinnen. Datensätze, die beim Kriterium „Personenbezug“ keine oder sehr wenige Punkte er halten haben sind diejenigen Datensätze die Eingang in das zu führende Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten finden müssen. Das KDZ arbeitet an einer Lösung für die Erfüllung der Dokumentationspflichten im  Projekt www.datencockpit.at.

 

Anmerkungen:

1 Siehe https://www.data.gv.at/infos/zielsetzung-data-gv-at/

 

erschienen in: 
Forum Public Management 2017, 2, S. 26 - 27
Jahr: 
2017